Der Body-Mass-Index (BMI) ist eines der am häufigsten verwendeten Screening-Instrumente in der Medizin - und eines der am meisten missverstandenen. In diesem Leitfaden erfahren Sie, wie er genau berechnet wird, was die Zahlen bedeuten und wo er zu kurz greift.

Was ist der BMI?

Der BMI ist ein einfaches Verhältnis zwischen Gewicht und Körpergröße, das eine schnelle Einschätzung ermöglicht, ob das Gewicht einer Person in einem gesunden Bereich für ihre Körpergröße liegt. Er wurde in den 1830er Jahren vom belgischen Mathematiker Adolphe Quetelet entwickelt, lange vor der modernen Medizin.

Die Formel ergibt einen einzigen Wert, der bei den meisten Erwachsenen zwischen 15 und 40 liegt und dann mit bestimmten Kategorien verglichen wird.

Die BMI-Formel

Metrisch (kg und cm)

BMI = (weight (kg)) / (height (m)^2)

Beispiel: Eine Person, die 70 kg wiegt und 175 cm groß ist:

  • Höhe in Meter umrechnen: 175 ÷ 100 = 1,75 m
  • Quadrat der Höhe: 1,75² = 3,0625
  • Gewicht durch Größe² dividieren: 70 ÷ 3,0625 = 22,9

Imperial (lbs und inches)

BMI = (weight (lbs) × 703) / (height (in)^2)

Der Faktor 703 rechnet das Ergebnis von lb/in² in die Standardskala kg/m² um.

Beispiel: Eine Person mit einem Gewicht von 154 lbs und einer Größe von 68 inches (5'8"):

  • 154 × 703 = 108,262
  • 68² = 4,624
  • 108,262 ÷ 4,624 = 23.4

BMI Gewichtsklassen

BMI-Bereich Kategorie
Weniger als 18,5 Untergewicht
18.5 - 24.9 Normales Gewicht
25.0 - 29.9 Übergewicht
30,0 und mehr Fettleibig

Diese Kategorien wurden von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) festgelegt und werden weltweit als erstes Screening-Instrument verwendet.

Wie berechnet man den BMI von Hand?

Schritt 1: Messen Sie Ihr Gewicht und Ihre Größe genau. Das morgendliche Gewicht (vor dem Essen) und die barfuß gemessene Größe ergeben die beständigsten Werte.

Schritt 2: Konvertieren Sie die Einheiten, falls erforderlich. Im metrischen System konvertieren Sie die Höhe von cm in m, indem Sie durch 100 teilen. Für das britische System stellen Sie sicher, dass das Gewicht in Pfund und die Körpergröße in Zoll angegeben ist (nicht Fuß und Zoll getrennt - 5'8" = 68 Zoll).

Schritt 3: Wenden Sie die Formel an. Quadriere deine Größe und teile dann dein Gewicht durch diese Zahl.

Schritt 4: Vergleichen Sie mit der obigen Tabelle.

BMI nach Alter und Geschlecht

Die Standard-BMI-Kategorien gelten für Erwachsene zwischen 18 und 65 Jahren. Für Kinder und Jugendliche wird der BMI auf die gleiche Weise berechnet, aber mit alters- und geschlechtsspezifischen Perzentilentabellen verglichen, da Körperfett und Wachstumsmuster während der Entwicklung stark variieren.

Bei Erwachsenen über 65 Jahren argumentieren einige Forscher, dass der Bereich des Übergewichts (25-27,9) tatsächlich mit besseren Gesundheitsergebnissen in Verbindung gebracht werden kann - ein Phänomen, das manchmal als "Adipositas-Paradox" bei älteren Erwachsenen bezeichnet wird.

Beschränkungen des BMI

Der BMI ist ein nützliches bevölkerungsbezogenes Screening-Instrument, hat aber als individueller Gesundheitsmaßstab gut dokumentierte Grenzen:

Er unterscheidet nicht zwischen Muskeln und Fett. Ein sehr muskulöser Sportler kann einen BMI im Bereich "Übergewicht" haben, obwohl er sehr wenig Körperfett hat. Umgekehrt kann jemand mit einem normalen BMI einen hohen Körperfettanteil haben, wenn er wenig Muskelmasse hat.

**Bauchfett (um die Taille herum) ist für den Stoffwechsel weitaus gefährlicher als Fett, das an den Oberschenkeln oder Hüften gespeichert ist. Zwei Menschen mit identischen BMI-Werten können sehr unterschiedliche Gesundheitsprofile haben, je nachdem, wo das Fett gespeichert ist.

**Die Forschung zeigt, dass Menschen asiatischer Abstammung bei niedrigeren BMI-Werten tendenziell ein höheres Gesundheitsrisiko haben, was einige Gesundheitsorganisationen dazu veranlasst hat, niedrigere Grenzwerte (23 für Übergewicht, 27,5 für Fettleibigkeit) für asiatische Bevölkerungsgruppen zu empfehlen.

**Eine großrahmige Person wiegt natürlich mehr als eine kleinrahmige Person mit derselben Körpergröße.

Bessere Alternativen zum BMI

  • Taillenumfang - Bauchfett ist ein stärkerer Prädiktor für das metabolische Risiko als die Gesamtfettmasse
  • Taillen-Hüft-Verhältnis - teilt den Taillenumfang durch den Hüftumfang; Werte über 0,90 (Männer) oder 0,85 (Frauen) weisen auf ein erhöhtes Risiko hin
  • Körperfettanteil - gemessen mittels DEXA-Scan, bioelektrischer Impedanz oder Hautfaltenzirkel; genauer, erfordert aber Ausrüstung
  • Waist-to-height ratio - einige Forscher halten dies für das beste einfache Maß; ein Verhältnis von über 0,5 weist auf ein erhöhtes Risiko hin, unabhängig von Geschlecht oder ethnischer Zugehörigkeit

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