Das Training im richtigen Herzfrequenzbereich macht das Training deutlich effektiver. Ganz gleich, ob Ihr Ziel Fettverbrennung, Herz-Kreislauf-Fitness oder Höchstleistung ist: Wenn Sie Ihren Zielherzfrequenzbereich kennen, stellen Sie sicher, dass Sie mit der richtigen Intensität arbeiten.

Maximale Herzfrequenz: Die Grundlage

Bevor Sie die Trainingszonen berechnen, müssen Sie Ihre maximale Herzfrequenz (MHR) schätzen – die höchste Anzahl an Schlägen pro Minute, die Ihr Herz bei maximaler Anstrengung erreichen kann.

Einfache Formel (am häufigsten verwendet):

MHR = 220 − age

Beispiel: Ein 35-Jähriger:

MHR = 220 − 35 = 185 bpm

Genauere Formeln:

Tanaka-Formel (besser für ältere Erwachsene):

MHR = 208 − (0.7 × age)

Gelartige Formel (forschungsvalidiert):

MHR = 207 − (0.7 × age)

Für unseren 35-Jährigen: Tanaka → 208 − 24,5 = 183,5 bpm

Hinweis: Es handelt sich hierbei um Schätzungen. Ihre tatsächliche MHR kann nur durch einen maximalen Belastungstest ermittelt werden und kann erheblich vom Formelergebnis abweichen.

Die Karvonen-Formel: Herzfrequenzreserve

Die Karvonen-Formel (Heart Rate Reserve-Methode) ist präziser, da sie Ihre Ruheherzfrequenz berücksichtigt – ein Maß für die kardiovaskuläre Fitness.

Target HR = ((MHR − Resting HR) × Intensity %) + Resting HR

So messen Sie Ihren Ruhepuls: Überprüfen Sie Ihren Puls sofort nach dem Aufwachen, bevor Sie aus dem Bett aufstehen. Zählen Sie die Schläge 60 Sekunden lang. Durchschnitt über 3 Tage.

Typische Ruheherzfrequenzen:

  • Untrainierter Erwachsener: 60–80 Schläge pro Minute
  • Regelmäßiger Trainierender: 50–65 Schläge pro Minute
  • Ausdauersportler: 35–50 Schläge pro Minute

Beispiel: 35-Jähriger, MHR = 185 Schläge pro Minute, Ruhe-HF = 62 Schläge pro Minute. Training mit 70 % Intensität:

Target HR = ((185 − 62) × 0.70) + 62
          = (123 × 0.70) + 62
          = 86.1 + 62
          = 148 bpm

Herzfrequenz-Trainingszonen

Zone 1 – Erholung (50–60 % MHR)

Sehr leichte Aktivität. Wandern, sanftes Radfahren. Fördert die Erholung und entwickelt die grundlegende aerobe Fitness.

Unter Verwendung des 220-Alters für einen 35-Jährigen (MHR = 185): Zone 1: 93–111 Schläge pro Minute

Zone 2 – Fettverbrennung / Basisausdauer (60–70 % MHR)

Die „Fettverbrennungszone“ – Ihr Körper nutzt Fett als primäre Energiequelle. Gesprächstempo; Sie können in ganzen Sätzen sprechen.

Zone 2: 111–130 Schläge pro Minute

Hier findet das meiste Langzeittraining statt. Es ist weniger dramatisch, als es klingt – man kann es stundenlang durchhalten.

Zone 3 – Aerobe Fitness (70–80 % MHR)

Mäßiger bis schwerer Aufwand. Das Atmen ist mühsam; Sie können in kurzen Sätzen sprechen. Verbessert die kardiovaskuläre Effizienz.

Zone 3: 130–148 Schläge pro Minute

Zone 4 – Anaerobe Schwelle (80–90 % MHR)

Harte Anstrengung an oder nahe der Laktatschwelle – dem Punkt, an dem sich Milchsäure schneller ansammelt als abgebaut wird. Für die meisten Menschen ist das das Renntempo.

Zone 4: 148–167 Schläge pro Minute

Zone 5 – Maximale Anstrengung (90–100 % MHR)

Aller Einsatz nur für kurze Zeiträume nachhaltig. VO2-Max-Training. Sehr unangenehm.

Zone 5: 167–185 Schläge pro Minute

Trainingszonen nach Alter

Alter MHR geschätzt. Zone 2 (60–70 %) Zone 3 (70–80 %) Zone 4 (80–90 %)
20 200 120–140 140–160 160–180
25 195 117–137 137–156 156–176
30 190 114–133 133–152 152–171
35 185 111–130 130–148 148–167
40 180 108–126 126–144 144–162
45 175 105–123 123–140 140–158
50 170 102–119 119–136 136–153
55 165 99–116 116–132 132–149
60 160 96–112 112–128 128–144
65 155 93–109 109–124 124–140

In welcher Zone solltest du trainieren?

Für den Fettabbau: Zone 2 verbrennt den höchsten Anteil an Fettkalorien. Allerdings verbrennen Zonen mit höherer Intensität insgesamt mehr Kalorien, was ebenfalls zum Fettabbau beiträgt. Eine Mischung aus beidem ist optimal.

Für die Herz-Kreislauf-Gesundheit: Zone-2-Training ist die Grundlage für eine langfristige Herzgesundheit. Das meiste Trainingsvolumen sollte hier liegen (80 % der Sitzungen).

Für die Leistung: Beziehen Sie die Arbeit in Zone 3 und 4 neben das Basistraining in Zone 2 ein.

Für Anfänger: Beginnen Sie mit Zone 2. Bauen Sie über Monate hinweg eine Basis auf, bevor Sie mit Übungen mit höherer Intensität beginnen.

So überwachen Sie Ihre Herzfrequenz

Brustgurt: Am genauesten. Erkennt elektrische Signale vom Herzen. Empfohlen für das Training.

Optisch am Handgelenk (Smartwatch): Praktisch, aber weniger genau, insbesondere bei Intervallen mit hoher Intensität. Gut für Zone 2 und tägliche Überwachung.

Manuell (Karotis- oder Radialpuls): 15 Sekunden lang zählen und mit 4 multiplizieren. Während des Trainings nicht praktikabel.

Rate der wahrgenommenen Anstrengung (RPE)

Wenn Sie keinen Herzfrequenzmesser haben, korreliert die Borg RPE-Skala mit den Herzfrequenzzonen:

RPE (Skala 6–20) Intensität Zone
7–9 Sehr leicht 1
10–11 Licht 2
12–13 Etwas schwer 3
14–16 Hart 4
17–19 Sehr schwer 5
20 Maximal Max

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