Opportunitätskosten sind der Wert der nächstbesten Alternative, die Sie bei einer Entscheidung aufgeben. Es ist eines der wichtigsten Konzepte in der Wirtschaft und bei alltäglichen finanziellen Entscheidungen.
Die Grundformel
Opportunity cost = Value of next best option − Value of chosen option
Wenn Sie sich für die bessere Option entscheiden, können die Opportunitätskosten null oder negativ sein. Wenn Sie sich falsch entscheiden, ist das positiv (Sie haben mehr aufgegeben als Sie bekommen haben).
Einfaches Beispiel: Zeit
Du hast einen Samstag frei. Ihre Möglichkeiten:
- Option A: Überstunden machen: 120 £ verdienen
- Option B (ausgewählt): Zu einem Konzert gehen: Genuss im Wert von 80 £
Opportunity cost = £120 − £80 = £40
Der Besuch des Konzerts kostet Sie 40 £ an Opportunitätskosten (keine monetären Kosten, sondern der entgangene Wert).
Finanzielles Beispiel: Investitionsallokation
Sie müssen 20.000 £ investieren. Ihre Möglichkeiten:
| Option | Erwartete Rendite (p.a.) | Jährlicher Gewinn |
|---|---|---|
| Sparkonto | 4% | 800 £ |
| Indexfonds (ausgewählt) | 8% | 1.600 £ |
| Eigentum | 6% | 1.200 £ |
| Anleihen | 3% | 600 £ |
Sie wählen den Indexfonds. Das nächstbeste war Eigentum:
Opportunity cost = £1,200 (property) − £1,600 (index fund) = −£400
Negative Opportunitätskosten bedeuten, dass Sie die bessere Wahl getroffen haben.
Geschäftsbeispiel: Nutzung eines Gebäudes
Ein Unternehmen besitzt ein Lagerhaus, das es zur Lagerung nutzt. Wie hoch sind die Opportunitätskosten?
- Sie könnten es für 25.000 £/Jahr an ein anderes Unternehmen vermieten
- Ihre Lagerung hat einen Wert von 10.000 £/Jahr
- Opportunitätskosten für die Nutzung des Gebäudes selbst: 15.000 £/Jahr
Dies wird auch als implizite Kosten bezeichnet – der Wert der vom Eigentümer bereitgestellten Ressourcen.
Explizite vs. implizite Kosten
| Typ | Beispiel |
|---|---|
| Explizite Kosten | Barzahlung – Miete, Lohn, Material |
| Implizite Kosten | Opportunitätskosten – entgangenes Gehalt, Investitionsrendite |
| Wirtschaftliche Kosten | Explizit + Implizit |
Der wirtschaftliche Gewinn subtrahiert beides, während der buchhalterische Gewinn nur die expliziten Kosten abzieht.
Das Kompromisskonzept: Produktionsmöglichkeitsgrenze
Eine Fabrik kann produzieren:
- 100 Einheiten von Produkt A und 0 Einheiten von Produkt B
- 0 Einheiten A und 80 Einheiten B
- 60 A und 40 B
Für jede produzierte Einheit A fallen Opportunitätskosten in entgangenen Einheiten B an. Je mehr A produziert wird, desto höher sind in der Regel die Opportunitätskosten (Gesetz der steigenden Opportunitätskosten).
Alltagsanwendungen
- Bildung: Die Kosten für die Universität umfassen Studiengebühren plus 3–4 Jahre entgangenes Gehalt
- Wohneigentum: Die in einem Haus gebundene Kaution hat Opportunitätskosten (verzichtete Investitionsrendite)
- Zeit: Die für eine Aktivität aufgewendete Zeit kann nicht für eine andere aufgewendet werden
- Bargeld halten: Bargeld verliert durch Inflation an Wert – die Opportunitätskosten sind die tatsächliche Rendite der investierten Vermögenswerte